Ada Badey

Mit nichts auf der Zunge

Roman | Über die Erinnerung, Kontrolle und die Rückeroberung der eigenen Stimme - in einem unverwechselbarem, kantigen Sound. 20,0 cm / 12,5 cm ( B/H )
Buch (Hardcover), 160 Seiten
EAN 9783737412759
Veröffentlicht September 2026
Verlag/Hersteller Marix Verlag
22,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

2006 lebt Toni Bronski, Mitte vierzig, in Berlin. Sie schreibt Grabreden. Sie spricht über Leben, die sie nicht geführt hat, und bringt Ordnung in das Chaos anderer Menschen. Die Nachricht von der Krankheit ihres Vaters reißt alte Wunden auf. Zwei Drittel des Romans entfalten Tonis Kindheit im Ruhrgebiet und ihr aufreibendes Leben in Hamburg und Berlin: Umzüge, Geldmangel, eine Mutter, die schützt und zugleich überfordert ist, und ein Vater, der sich selbst als Künstler inszeniert, alte Meister kopiert und Realität nach Belieben verdreht. Nähe fordert er, Schuld verteilt er nach Belieben. Toni lernt früh, dass Sprache und Kunst ihr einziges Mittel sind, sich zu behaupten. Musik, Wörter, kleine kreative Räume - sie werden Schutz und später Beruf. Im letzten Drittel reist sie an den Lake Malawi. Dort begegnet sie der endgültigen Version ihres Vaters: selbsternannter "White Chief", von Projektionen umgeben, ohne Einsicht, ohne Verantwortung. Toni verweigert seine letzte Inszenierung. Sie schweigt - und gewinnt die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte. Zurück in Berlin ist sie nicht länger Material in der Erzählung anderer. Sie spricht nur für sich - nicht länger für andere.

Portrait

Ada Badey, geboren im Ruhrgebiet, arbeitete zehn Jahre im Sozialamt, absolvierte eine Schauspielausbildung in Hamburg und veröffentlichte mehrere Romane. Sie ist Preisträgerin des Peter-Härtling-Preises (2019), des Autorenstipendiums Schreibhain Berlin (2022) sowie des Dieter-Wellershoff-Stipendiums (2025). Sie arbeitet als Grabrednerin in Berlin.

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