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Durbuy, Wallonien, Sommerferien 1990 Das Waldkloster steht "schon immer" auf einer Lichtung mitten im Wald neben dem Ortsteil Petit Han. Eigentlich ein unheimlicher Ort, doch die Kinder sind an dieses Kloster schon so lange gewöhnt, dass sie keine Angst davor haben. Der Wald ist dicht, aber als Mischwald auch nicht gerade zum Fürchten geeignet. Man kann auch dorthin gehen, wenn man zur wöchentlichen Beichte muss. Besonders praktisch, weil nur noch zwei uralte, hutzelige Mönche in diesem Kloster leben, als schon recht schwerhörig bekannt, da kann man die "Sünden" gerne mal auch nur undeutlich aussprechen oder murmeln. Im Gegensatz zur großen Kirche in der Stadt dürften dann auch die Bußen geringer sein. So dachte es sich Francine, Schwester von viel zu vielen Geschwistern, als sie aus diesem Kloster zu ihrer größten Überraschung plötzlich einen jungen, fremdländischen Mann kommen sieht, der Soutane nach eindeutig als Priester zu erkennen, aber ... "Yamamori, Kenta", stellt er sich ihr vor und nimmt der Schülerin die Beichte ab, wie sie es nie im Leben gedacht hatte. Als Buße trägt er ihr das Singen eines Kirchenliedes auf. Francine beschließt, ihre Beichten nur noch hier abzulegen.
Delron hat eine Beichte noch lange nicht im Sinn. Was sollte er denn auch beichten. Auch er hat Sommerferien, seine Freundschaften in der Klasse hielten sich in engen Grenzen, sein bester und langjähriger Freund ist in Liège auf einer weiterführenden Schule, zuletzt hatten sie sich harmlos und nett zu Ostern getroffen. Er ahnt noch nicht, dass Alexandre die Treffen in diesen Sommerferien gar nicht mehr harmlos verbringen möchte. Als sie beide als "brave" Katholiken ebenfalls zu dem Kloster zum Nicht-Beichten gehen wollen, die Erzählung Francines aus Delrons Schulklasse hing ihm noch im Ohr, werden auch sie vollkommen von Pére Kenta überrascht, von dem, wie gut er sie versteht. Es entsteht eine Freundschaft, doch dann geschieht etwas mit dem Waldkloster ...