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Adolf Damaschkes "Volkstümliche Redekunst" ist eine praxisorientierte Abhandlung über die Kunst, Gedanken klar, eindringlich und für ein breites Publikum verständlich vorzutragen. Im Mittelpunkt stehen nicht bloß Stilmittel oder formale Regeln, sondern die ethische Verantwortung des Redners: Sprache soll aufklären, überzeugen und zur gemeinschaftlichen Handlung befähigen. Das Werk verbindet rhetorische Anleitung mit Beobachtungen zur Wirkung von Stimme, Aufbau, Anschaulichkeit und persönlicher Glaubwürdigkeit. Damit steht es im Zusammenhang der volkspädagogischen und sozialreformerischen Publizistik des frühen 20. Jahrhunderts, in der öffentliche Rede als Instrument demokratischer und bürgerlicher Bildung verstanden wurde. Damaschke (1865-1935), ursprünglich Lehrer und später einer der einflussreichsten Vertreter der deutschen Bodenreformbewegung, sammelte als Publizist und unermüdlicher Versammlungsredner umfangreiche praktische Erfahrungen. Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit, insbesondere für eine gerechtere Ordnung des Grundeigentums, verlangte eine Sprache, die wissenschaftliche, politische und moralische Fragen auch außerhalb akademischer Kreise vermitteln konnte. Aus diesem Bildungsideal erklärt sich der ausdrücklich "volkstümliche" Anspruch des Buches. Leserinnen und Leser finden hier daher weit mehr als ein historisches Rhetorikhandbuch. Das Buch empfiehlt sich allen, die den Zusammenhang von Sprache, Charakter und öffentlicher Verantwortung verstehen möchten, ebenso wie Interessierten an politischer Bildung, Vereinswesen und der Geschichte sozialer Bewegungen. Seine zeitgebundenen Voraussetzungen machen es zugleich zu einem aufschlussreichen Dokument einer Epoche, in der gute Rede als Dienst an der Gemeinschaft galt.
Adolf Damaschke (1865-1935) war ein deutscher Pädagoge, Publizist und führender Vertreter der Bodenreformbewegung. Als langjähriger Vorsitzender des Deutschen Bundes für Bodenreform setzte er sich für eine sozial gerechte Ordnung des Grundeigentums und für die Begrenzung spekulativer Bodengewinne ein. Seine Schriften verbinden sozialpolitische Argumentation mit volkspädagogischem Anspruch und richten sich häufig an ein breiteres, politisch interessiertes Publikum. In "Volkstümliche Redekunst" behandelt Damaschke die Grundlagen einer verständlichen, wirkungsvollen und ethisch verantworteten öffentlichen Rede. Sein Stil ist klar, appellativ und praxisorientiert; abstrakte gesellschaftliche Fragen erläutert er durch anschauliche Beispiele und eine bewusst zugängliche Sprache. Neben seiner rhetorischen Anleitung verfasste er zahlreiche Texte zur Bodenreform, in denen sich idealistische Sozialkritik, staatsbürgerliche Bildung und reformerischer Pragmatismus verbinden. Damaschkes Werk steht damit exemplarisch für die Verbindung von politischer Publizistik, Bildungsarbeit und sozialreformerischem Engagement im Deutschen Kaiserreich und in der frühen Weimarer Republik.