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Mit "Aelita" schuf Alexei Tolstoi einen der faszinierendsten frühen Science-Fiction-Romane des 20. Jahrhunderts. Lange bevor Reisen zum Mars zu einem festen Bestandteil moderner Zukunftsliteratur wurden, verband Tolstoi technische Visionen, Abenteuer, gesellschaftliche Umbrüche und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zu einem Roman, der bis heute eine eigenständige Atmosphäre besitzt.
Der Ingenieur Los baut ein Raumschiff, mit dem er gemeinsam mit dem ehemaligen Soldaten Gusev den Mars erreicht. Dort finden die beiden keine leblose Welt, sondern eine alte Zivilisation, deren Geschichte, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Spannungen sich erst nach und nach offenbaren. Während Gusev von den politischen Konflikten des Planeten angezogen wird, begegnet Los der rätselhaften Aelita. Aus wissenschaftlicher Neugier wird eine Geschichte von Nähe, Fremdheit und Sehnsucht, während sich um beide Männer herum Ereignisse entwickeln, die weit größer sind als ihre ursprüngliche Expedition.
"Aelita" ist weder reine Weltraumoper noch bloßer Zukunftsroman. Tolstoi verbindet die Vorstellung einer fremden Welt mit Fragen, die sehr irdisch bleiben: Was geschieht mit einer Gesellschaft, deren Ordnung erstarrt ist? Was bedeutet Revolution für jene, die sie erleben? Kann ein Mensch einem anderen wirklich nahekommen, wenn zwischen ihnen nicht nur Herkunft und Kultur, sondern ganze Welten liegen?
Diese Ausgabe erscheint in der Reihe "Schätze der Jugendliteratur" in einer neuen deutschen Übersetzung, herausgegeben von Benno Vorberg. Sie macht einen Klassiker der russischen Science-Fiction für heutige Leser neu zugänglich, ohne ihm seine historische Eigenart zu nehmen.
Ein Roman für Leser, die Science-Fiction noch als Literatur der Entdeckung kennen möchten - als Reise nicht nur zu einem anderen Planeten, sondern auch in eine andere Vorstellung von Zukunft.