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Während sich Basim unter der heissen irakischen Sonne wie alle Jungen mit Fussballspielen die Zeit vertreibt, verdüstert sich die politische Grosswetterlage. Es folgt eine Tragödie auf die nächste; Irankrieg, Kuwaitkrieg, Wirtschaftsembargo - bis sein Land zerstört am Boden liegt. Die Idylle seiner Kindheit ist weit weg. Seine grösste Sorge ist nun nicht mehr, ob der FC Bayern gewinnt oder verliert, sondern wie seine Familie in einer aus den Fugen geratenen Welt überleben kann. Da seine Familie auch noch der katholischen Minderheit angehört und sein Vater sich weigert, der obligatorischen Baath-Partei von Saddam Hussein beizutreten, wird sie immer ärger schikaniert. Bis sie sich zur Flucht entscheidet.
Eine lange Reise beginnt, in deren Verlauf der mittlerweile junge Mann und zwei seiner Geschwister insgesamt drei Mal schuldlos ein Flugzeug verpassen, das sie nach Frankreich hätte bringen sollen. Neben so viel Pech hat die Familie auch Glück - und obwohl Basim und seine Geschwister ihr Ziel Frankreich nie erreichen, kommt trotzdem alles gut. Am Schluss ist die Familie vereint und startet einen Neuanfang in Europa.
Der Irak ist heutzutage vor allem als Kriegsschauplatz bekannt. In den Nachrichten geht gern unter, dass in dem Land neben Soldaten, Attentätern und Politikern auch normale Menschen lebten und leben. Menschen, denen das Schicksal nicht nur die üblichen Alltagssorgen auferlegte, sondern die zudem unter einem Diktator litten, für dessen Existenz sie auch noch von der internationalen Staatengemeinschaft mit einem der verheerendsten je ausgesprochenen Embargos bestraft wurden - ein Embargo, das innert Kürze zum Zusammenbruch der Infrastruktur führte und in seiner langen Dauer von fast 13 Jahren auch zum Tod hunderttausender Zivilisten.
Um in der Schweiz, in der Basim zufällig landet, Asyl zu bekommen, erzählt er den Behörden nur einen Teil der Geschichte. Viele Jahre später nimmt er seinen Mut zusammen und erzählt seiner Schweizer Ehefrau, wie es wirklich war. Das ist seine Geschichte.
Basim Chabuscha wird 1974 in einem christlichen Dorf in der Nähe der irakischen Grossstadt Mossul geboren. Er hat drei ältere Schwestern und zwei jüngere Brüder, und seine Lieblingsfussball-Mannschaft ist der FC Bayern München, obwohl er keine Ahnung hat, wo dieses Bayern liegt. Sein Vater arbeitet als Lehrer, seine Mutter als Telefonistin; die Familie gehört dem Mittelstand an. Basim erlebt den Irankrieg, den Kuwaitkrieg und das Wirtschaftsembargo gegen sein Land mit - und er erlebt somit, wie seine einst idyllische Heimat Schauplatz einer weltpolitischen und humanitären Katastrophe wird. Noch bevor er sein Ingenieur-Studium abschliessen kann, beschliesst die Familie zu fliehen.
Heute lebt er in der Schweiz, ist mit einer Schweizerin verheiratet, arbeitet in der Verwaltung und fiebert jeweils mit der Schweizer Nationalmannschaft mit. Und natürlich mit dem FC Bayern.
Der Name ist ein Pseudonym.