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Als obdachlose Sterbliche verkleidet suchen die Götter in der Provinz Sichuan nach einem guten Menschen - und finden Shen Te, die ihnen bereitwillig hilft und dafür reich entlohnt wird. Doch ihre Gutmütigkeit wird schon bald schamlos ausgenutzt und sie gerät in einen Konflikt zwischen Moral und Notwendigkeit, dessen Auflösung, wie meist bei Brecht, zur Aufgabe des Publikums wird. Bertolt Brechts (1898-1956) tragische Geschichte der Prostituierten Shen Te ist ein Musterbeispiel für sein Episches Theater, das mit der klassischen Dramentheorie bricht und die kapitalistische Gesellschaft kritisch beleuchtet.
Bertolt Brecht (auch Bert Brecht, gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht), geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, gestorben am 14. August 1956 in Ost-Berlin, studierte ab 1917 Naturwissenschaften, Medizin und Literatur in München. Bereits während seines Studiums schrieb er fürs Theater. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur am Deutschen Theater in Berlin unter Max Reinhardt. 1933 flüchtete Brecht mit seiner Familie über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Brecht erarbeitete eine Theorie des epischen Theaters ('Glotzt nicht so romantisch!') und schrieb neben Dramen Gedichte und Prosa, darunter Beiträge für Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil zurück nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod 1956 als Autor und Regisseur tätig war.