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In Trotz allem leben erzählt die 51-jährige ukrainische Tierärztin Valentyna Zhelezko ihre Geschichte. Nachdem sie sich tagelang während der Besatzung von Butscha mit ihrer Familie im Keller versteckt hat, versucht sie ihr Trauma zu überwinden, indem sie sich der weiblichen Luftverteidigungstruppe, den "Hexen von Butscha" anschließt. Sie wächst dabei über sich hinaus, versucht aber auch immer ihre Menschlichkeit zu bewahren und so etwas wie Alltag zu leben. Trotz allem leben ist ein Buch über die Resilienz ukrainischer Frauen, denen es nicht nur darum geht, "stark zu sein", sondern die auch Raum lassen für Verlust - ohne jedoch aufzugeben. Ukrainische Frauen leisten Unfassbares: So wird die Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matwischuk zur Chronistin der Kriegsverbechen, baut die Unternehmerin Natalia Olshanska ihren Familienbetrieb in Saporischschja wieder auf, nachdem die Russen ihr Traditionsunternehmen zerstört haben, und sorgt Kateryna Seledtsova in ihrem pinken Café in Kramatorsk mit ihren Cupcakes für ein bisschen Normalität in der Frontstadt. Andere Frauen wie die 37-jährige Victoria Bandurko ergreifen Jobs, die früher eher von Männern ausgeübt wurden. Wie verändert das die Frauen und auch die ukrainische Gesellschaft und wie nachhaltig sind diese Veränderungen? Werden die Frauen später wieder zurückgedrängt oder passt sich die ukrainische Gesellschaft an? Frauen wie Valentyna sind durch den Krieg zu Heldinnen geworden, die sich ihre Rolle nicht ausgesucht haben - und sie dennoch mit Mut und Würde ausfüllen. Ihre Geschichte macht deutlich, wie Menschen in Kriegs- und Krisensituationen über sich hinauswachsen, sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen, Verantwortung übernehmen, ihre Werteskala neujustieren und resilienter werden. Ein Buch über Verlust, Verantwortung, Resilienz und Widerstand. Es geht um den Alltag im Krieg, die kleinen Gesten der Normalität und leisen Momente der Mitmenschlichkeit und um Durchhaltevermögen. Die aktuellen Entwicklungen werden eingebunden.
Birgit Virnich, geboren in Essen, ging in Südafrika zur Schule und studierte Journalismus, Film und Internationale Politik in Kanada, USA und Großbritannien. Sie arbeitete jahrzehntelang als Korrespondentin in London, Nairobi, Moskau und Kyjiw. Von 2014-2019 berichtete sie als Fernsehkorrespondentin für die ARD aus Moskau und bereiste das gesamte Berichtsgebiet, vor allem aber immer wieder die Ukraine. 2023 wurde sie als Fernsehkorrespondentin nach Kyjiw entsandt, wo sie das neugegründete ARD-Fernsehstudios mit aufbaute und über den russischen Angriffskrieg berichtet. Dabei hat sie in vielen Reportagen für den Weltspiegel, die Tagesthemen und Tagesschau den Alltag der Menschen und vor allem auch der Frauen in der Ukraine sichtbar gemacht. Die Situation von Frauen vor allem in Krisen und Kriegen ist eines der Hauptthemen ihrer journalistischen Arbeit der letzten 20 Jahre.