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Das Mädchen und die alte Frau begegnen sich in vielfacher Weise und bedingen einander. Der Körper altert sichtbar, doch im Wesen bleibt vieles erstaunlich beständig. Jugend und Alter stellen sich nicht gegeneinander, sondern nebeneinander. Christine Sollerer-Schnaiter verbindet erfahrene Beobachtung mit persönlicher Reflexion. Was bleibt von uns, wenn der Körper sich verändert, das Wesen aber weiter jung bleibt? Im Alter meldet sich das gewesene Mädchen wieder mehr zu Wort. Immer öfter hat man das Gefühl, so zu empfinden wie in der Kindheit. Das Wissen und die Erfahrung bereichern dieses Empfinden. Der Körper spricht eine andere Sprache, aber das Wesen scheint unverändert zu sein, mit all den Sehnsüchten, den Träumen und Fantastereien, gemildert um das Wissen der Vergeblichkeit. Ohne Nostalgie - mit einem ehrlichen Blick - auf das vergangene Leben zu schauen, macht das Alter erträglicher und eröffnet neue Spielräume.
Christine Sollerer-Schnaiter ist Psychotherapeutin und hat sich dem Hinhören auf das innere Erleben der Menschen gewidmet. In diesem Buch wendet sie diesen Blick auf sich selbst und auf eine Frage, die sie persönlich bewegt: Was bleibt vom eigenen Wesen, während der Körper altert? Sie geht den Spuren nach, die das Mädchen von einst in der älteren Frau hinterlässt, und stellt nicht das therapeutische innere Kind in den Mittelpunkt, sondern die lebendige Gegenüberstellung von Jugend und Alter. Aus ihrer beruflichen Erfahrung und ihrer persönlichen Reflexion über das Altwerden entstehen leise, ehrliche Geschichten über Sehnsucht, Würde und das Fortleben des Wesens über alle Lebensalter eines einzigen Lebens hinweg.