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Die These der vorliegenden Arbeit ist die Deutung der Punica des Silius Italicus als Fürsten- und Dichterspiegel mit besonderem Hinblick auf die flavische Zeit und die Herrschaft Domitians. Da Silius Italicus anders als seine Zeitgenossen nicht mythische Stoffe zum Gegenstand seiner Dichtung macht, sondern mit dem zweiten Punischen Krieg ein historisches Thema wählt, liegt der Schluss nahe, dass er durch die Brille der Historie seinem princeps bestimmte Lehren vermitteln möchte und dabei auch seine eigene Rolle reflektiert. Mittels inter- und intratextuellen Bezügen, tabellarischen Übersichten und einem gewissenhaften close reading werden übergreifende Themen- und Motivkomplexe, wie die unterschiedlichen Familienkonstellationen, verschiedene Herrscherbilder, Dichterfiguren und das große Spektrum des Göttlichen in den Punica untersucht mit dem Ergebnis, dass es einen wahren dominus et deus Domitian nur dann geben kann, wenn er selbst als Dichter oder mithilfe des Epikers Silius Italicus zum göttlichen Herrscher herangebildet und anschließend in einem carmen vergöttlicht wurde. Somit bietet diese Arbeit inhaltlich und methodisch neue Perspektiven und Forschungsansätze, die nicht nur auf die flavische Epik angewendet werden können.
Clara Nüßlein, University of Würzburg, Würzburg, Germany.