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Deutschland, Herbst 2029. Eine vorgezogene Bundestagswahl bringt eine Partei an die Macht, die nichts stürmen muss. Ihre Kanzlerin Martina Vogler hat nicht vor, ein einziges Gesetz zu brechen. Sie hat das Grundgesetz nur genauer gelesen als alle vor ihr, und sie weiß, dass ein Urteil aus Karlsruhe keine Polizei hat.
Neunzig Tage lang folgt der Roman den Menschen, durch deren Hände die Verwandlung eines Landes geht: einem Innenminister, der glaubt, von innen zu mäßigen. Einem Deutschlehrer, der seit fünfzehn Jahren an einem Text schreibt, der jetzt Verwaltungsvorschrift wird. Einem Beamten, der remonstriert, form- und fristgerecht, folgenlos, und dann anfängt, ein Verzeichnis zu führen. Einer Apothekerin, die eine Regel für Straßen hat. Und einem Bundesrat, der in elf Minuten mit 35 Stimmen entscheidet.
Kein Gesetz wird geändert. Das Recht wird gebrochen, aber niemand wird den Bruch je Bruch nennen. Man wird ihn Prüfung nennen, und Verfahren.
"Zur Kenntnis" ist ein Roman über den Faschismus der Aktennotiz: über Ordnung als Versprechen, Sorgfalt als Waffe und die Frage, die ein alter Professor seiner besten Studentin einmal an den Rand geschrieben hat. Die Figuren sind erfunden. Die Paragrafen nicht. Ein Anhang belegt sie, mit Aktenzeichen.
Daniel Fürg ist Journalist, Autor und Podcaster. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit den politischen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen, die unsere Gegenwart prägen - und unsere Zukunft bestimmen werden.
Mit 48forward, dem von ihm gegründeten Mediennetzwerk, hat er eine Plattform geschaffen, die Denker:innen, Unternehmer:innen und Visionär:innen aus aller Welt miteinander verbindet. In seinen Podcasts und Veranstaltungen führt er tiefgehende Gespräche über Demokratie, Politik, Gesellschaft, Technologie und Kultur.
Seine Arbeit ist geprägt von dem Anspruch, komplexe Themen verständlich und zugänglich zu machen - ohne sie zu vereinfachen. Daniel Fürg sucht nicht nach einfachen Antworten, sondern nach Denkanstößen, die zum Weiterdenken anregen.