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Der Autor beschreibt die mittelalterliche Geschichte Athens nach der bewährten Methode seiner Rom-Geschichte Meine Arbeit über Athen ist aus der Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter erwachsen. In der Einleitung dieser, dann in jener Stelle des zweiten Bandes, wo ich vom Aufenthalt des Kaisers Konstans II. erst in Athen, hierauf in Rom geredet habe, den beiden damals, im 7. Jahrhundert, schon stark verwandelten Metropolen der antiken Welt, kann der Leser Keime dieser Geschichte Athens im Mittelalter vor sich sehen. Jahre gingen hin, bis sich dieselben so weit ausbildeten, daß die Möglichkeit einer geschichtlichen Darstellung in mein Bewußtsein trat, was wesentlich durch meinen ersten Besuch Athens im Frühjahr 1880 bewirkt worden ist. ... Das Mittelalter Athens beginnt in der Zeit Justinians, in der sich der Untergang des antiken Hellenentums auch in der wissenschaftlichen Schule vollzog; es scheidet sich in die byzantinische und fränkische Epoche. Die lateinischen Eroberer hoben die Verbindung Athens mit Byzanz auf, und ihrer Feudalherrschaft machten die Osmanen ein Ende. Die Grenzlinien meiner Arbeit sind demnach die Zeit Justinians und die türkische Eroberung; was der ersten vorausgeht, ist vorbereitende Einleitung, was der letzten folgt, ein Epilog. [Textauszug]
Ferdinand Gregorovius (1821-1891), deutscher Schriftsteller und Historiker, machte das Abitur an der Friedrichsschule Gumbinnen und studierte Theologie, Philosophie, Philologie und Geschichte an der Universität Königsberg. Er promovierte zum Dr. phil. mit einer Arbeit über Plotin und die Neuplatoniker. 1841 verließ er die Universität. 1852 ging er nach Italien, das ihm eine zweite Heimat wurde. Das Resultat seines ungeheuren Fleißes und Quellenstudiums ist die 'Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter', ein Werk, für das ihn die Stadt Stadt 1876 zum Ehrenbürger machte. Daneben sind seine Beiträge zum Zeitalter der Renaissance und des Humanismus wie etwa die Biographien der Lukrezia Borgia und Papst Alexander VI. von Bedeutung. Gregorovius gilt neben Jacob Burckhardt, Georg Voigt, Ludwig von Pastor und Alfred von Reumont als die Autorität der deutschen Renaissanceforschung des 19. Jahrhunderts. Nicht weniger bedeutsam, aber weniger bekannt sind seine Schriften zur griechischen Geschichte in byzantinischer Zeit (Athenais) oder die Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter. Bis zu seinem Tode war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom. [Wikipedia]