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Die Eifel schweigt. Und wenn sie schweigt, stirbt jemand.
In diesem atmosphärisch dichten Kurzgeschichtenband entführt Gerhard Munkelt den Leser in eine Landschaft, die mehr ist als Kulisse: Die Vulkaneifel mit ihren stillen Maaren, ihren verwitterten Basaltdörfern und dem ewigen Oktobernebel wird zur eigentlichen Protagonistin sieben unheimlicher Kriminalgeschichten. Sieben Mal Schweigen. Sieben Mal Tod. Sieben Mal die beklemmende Frage, was Menschen einander antun können, wenn niemand zuschaut.
Munkelt schreibt mit einer Präzision, die unter die Haut geht. Seine Sprache ist knapp, fast nüchtern, und genau darin liegt ihre Kraft. Wo andere Autoren ausschmücken, streicht er weg. Was bleibt, ist das Wesentliche: ein Notizbuch mit flachen Einträgen, eine Hand, die beim Polieren innehält, zwei Männer, die gleichzeitig aufstehen. Kleine Gesten, die alles verraten und nichts beweisen. Der Leser spürt das Unbehagen lange, bevor er es benennen kann.
Im Mittelpunkt steht Kommissar Arno Seffert, ein Mann der kurzen Sätze und langen Blicke, der in dieser Landschaft aufgewachsen ist und genau deshalb weiß, wie das Schweigen hier funktioniert. Er kennt die Dörfer, die Gesichter, die Abstände zwischen Artikeln und Namen. Und er weiß: In der Eifel reden die Menschen nicht über das, was wirklich geschehen ist. Sie reden um es herum, bis der Kreis geschlossen ist und niemand mehr hineinkommt.
"Eifelstille" ist kein lautes Buch. Es knallt keine Türen, jagt keine Verfolgungsszenen, löst keine Fälle mit Pistolenschüssen. Es tut etwas Selteneres und Beunruhigenderes: Es beobachtet. Es wartet. Es lässt den Leser in dieser Stille sitzen, bis das Unbehagen seinen eigenen Namen gefunden hat.
Für alle, die Kriminaliteratur lieben, die mehr fragt als beantwortet.
Gerhard Munkelt lebt zurückgezogen in einer ländlichen Region Deutschlands und schreibt psychologische Kriminalromane mit tiefgründiger Charakterentwicklung. Seine Faszination für menschliche Abgründe und die atmosphärische Dichte von Naturlandschaften prägt sein literarisches Werk. Munkelt recherchiert intensiv vor seinen Schreibprojekten und entwickelt komplexe Handlungsstränge, die Spannung mit philosophischen Fragen verbinden. Neben dem Schreiben beschäftigt sich der Autor mit den psychologischen Motiven von Verbrechen und den Abgründen zwischenmenschlicher Beziehungen.