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Manche Familien bewahren Fotos auf Charlottes Familie hat siebzig Jahre lang ein Geheimnis aufbewahrt, und es passt in eine Holzkiste, die kaum größer ist als zwei Hände. Charlotte Wren, zweiunddreißig, Souschefin in einer Londoner Spitzenküche, hat ihr Leben so eingerichtet, dass nichts sie überrascht: zwei Millimeter dicke Schnitte, blitzsaubere Stationen, keine Fragen. Sie will die Wahrheit über ihre Herkunft und die Einzige, die sie kennt, ist eine zweiundneunzigjährige Frau, die vor siebzig Jahren beschlossen hat, darüber zu schweigen. Angefangen hat es mit einem Anruf. Eine Großtante, die Charlotte ein einziges Mal an Weihnachten gesehen hat, ist gestorben und hinterlässt ihr eine Kiste aus Kiefernholz. Darin liegen ein Diamantring mit einer fremden Gravur, ein Zeichen aus Gusseisen, das in keine Familienchronik passt, das Foto einer jungen Frau in norwegischer Tracht und ein Zettel mit fünf Wörtern: Die Wahrheit liegt im Norden. Zwei Wochen später steht Charlotte in der Küche eines Hotels an einem norwegischen Fjord, dreihundertvierzig Einwohner, Wasser wie schwarzes Glas. Im Flur des Altbaus hängt dasselbe Foto noch einmal, größer gerahmt. Die Frau darauf lebt. Sie wohnt zwei Stockwerke über Charlottes Zimmer. Und sie lässt sich nicht sprechen. Norwegen, 1951: Amalie ist neunzehn und die Tochter des Hotelbesitzers. Oskar bringt zweimal die Woche Fisch und benutzt dabei die Hintertür, weil ihm das nie jemand sagen musste. Was zwischen den beiden beginnt, hat in diesem Dorf keinen Platz und reicht bis in eine Londoner Küche, siebzig Jahre später. Zwischen Fjord, Nordlicht und einem Haus voller Fotografien, die niemand erklärt, kommt Charlotte einer Geschichte näher, die sie nicht nur herausfinden, sondern aushalten muss. Und sie trifft Harrison, der genauso gut darin ist, Fragen mit Gegenfragen zu beantworten, wie sie selbst. "Charlottes Rückkehr" erzählt auf zwei Zeitebenen von einer verbotenen Liebe, von einem Schweigen, das drei Generationen überdauert hat, und von der Frage, ob man die Entscheidungen seiner Vorfahren annehmen kann, ohne sich von ihnen bestimmen zu lassen. Für alle, die Familiengeheimnisse lieben, nordische Landschaften und Figuren, die man nach der letzten Seite nicht so schnell wieder loswird. Lernen Sie Charlotte kennen und erfahren Sie, was Amalie so lange nicht sagen konnte. Wenn die beiden Sie ebenso beschäftigen wie ihre ersten Leserinnen, erzählen Sie es weiter: Eine ehrliche Rezension hilft anderen, dieses Buch zu finden.