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Der "Malleus Maleficarum" wurde vom katholischen Geistlichen Heinrich Kramer verfasst und war die wichtigste "Bibel" der Hexenjäger, die sowohl von Katholiken als auch von Protestanten genutzt wurde. Das 1486 erstmals veröffentlichte Werk blieb dreihundert Jahre lang in Gebrauch und hatte einen enormen Einfluss auf die Hexenprozesse in England und auf dem Kontinent. Das Buch diente als juristisches Handbuch zur Aufdeckung und Verfolgung von Hexen und erhob die Zauberei in den Rang einer Ketzerei, die damals mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen bestraft wurde. Der Autor hatte bereits 1484 versucht, Hexen strafrechtlich zu verfolgen, war daraufhin aus seiner Stadt vertrieben und als "senil und verrückt" abgetan worden. Unbeirrt verfasste er den "Malleus Maleficarum", möglicherweise als Akt der Rache und Selbstrechtfertigung. Das Buch legt Beweisregeln und die offiziellen Verfahren fest, nach denen mutmaßliche Hexen gefoltert und hingerichtet werden sollten. Tausende Menschen (vor allem Frauen) wurden infolge der in diesem Buch beschriebenen Verfahren ermordet - allein aufgrund eines seltsamen Muttermals, weil sie allein lebten, psychisch erkrankt waren, Heilkräuter anbauten oder einfach nur, weil sie zu Unrecht beschuldigt wurden.