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Als eine junge Mutter spurlos verschwindet, scheint sich zunächst niemand ernsthaft für ihr Schicksal zu interessieren. Jahre vergehen, ohne dass Fragen gestellt werden. Doch hinter der Fassade einer scheinbar gewöhnlichen Großfamilie wächst ein düsteres Geheimnis heran - geprägt von Angst, Schweigen und einer Macht, die über Jahrzehnte unangefochten bleibt. Erst viele Jahre später wagen zwei Geschwister den entscheidenden Schritt: Sie beschuldigen den ehemaligen Lebensgefährten der verschwundenen Frau, sie ermordet und ihre Leiche unter einer Grundfeste einbetoniert zu haben. Mit der Anzeige beginnt eine Reihe von Ermittlungen, die ein erschütterndes Bild offenbaren. Der Mann, der lange als Familienoberhaupt gefürchtet wurde, soll über Jahrzehnte hinweg ein Klima der Gewalt und des Terrors geschaffen haben. Je tiefer die Behörden graben, desto deutlicher wird, dass es nicht nur um ein mögliches Tötungsdelikt geht. Massive Sexualverbrechen, familiäre Abhängigkeiten und jahrzehntelanges Wegsehen werfen ein beklemmendes Licht auf Strukturen, die kaum vorstellbar erscheinen. Das Ergebnis ist ein packender Roman über Schuld, Mut und die erschütternden Abgründe menschlicher Grausamkeit.
Ilse Probst wurde in Niederösterreich geboren, fühlt sich jedoch seit jeher eng mit der Steiermark verbunden. Rund zwanzig Jahre arbeitete sie als Pflichtschullehrerin in Graz, bevor sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben zum Beruf machte. Ab 2000 berichtete sie als Gerichtsreporterin über Strafprozesse am Landesgericht St. Pölten und verfolgte dabei rund 4.000 Verfahren. Besonders bewegende Fälle verarbeitet sie heute in Romanen, in denen sie Hintergründe, Motive und menschliche Abgründe literarisch aufarbeitet.