Joachim Brödel

Sturm auf den Südostwall (Weltkrieg Erlebnisberichte Doppelband Heft 2)

Burgenland 1945: Abwehrkampf in letzter Stunde
eBook (epub), 130 Seiten
EAN 9783313000738
Veröffentlicht August 2026
Verlag/Hersteller histomedia AG
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Beschreibung

Der Südostwall war das Ergebnis einer Grundsatzweisung des Oberkommandos der Wehrmacht zur Verteidigung des Reiches. Im zweiten Halbjahr 1944 war aufgrund der Lage - die Landung der westlichen Alliierten in der Normandie, die großen Offensiven der Sowjets im Frühjahr und Sommer - klar, daß es jetzt um die Verteidigung des Reiches an seinen Grenzen gehen mußte.Etwa ab Mitte Oktober '44 begannen die Arbeiten im großen Stil, an denen dienstverpflichtete Arbeiter, Ostarbeiter, Hitlerjugend, KZ-Häftlinge und ungarische Juden beteiligt waren.Wälder wurden abgeholzt, Weingärten umgelegt und Äcker umgegraben, Gebäude dort, wo sie im Wege standen, gesprengt.Panzergräben wurden ausgehoben, Stellungsgräben gezogen, Unterstände und Gefechtsstände gebaut, die durch mehrere Lagen Rundhölzer, die in reichem Maße - aufgrund der in der waldreichen Gegend notwendigen umfangreichen Rodungsarbeiten - genügend zur Verfügung standen, verstärkt waren. Kampfstände für schwere Waffen wurden angelegt und an verschiedenen Stellen sogar Betonierungsarbeiten zur Verstärkung durchgeführt, wie beispielsweise auch in Rechnitz. Im rückwärtigen Gebiet wurden Brücken zur Sprengung vorbereitet und Sperren angelegt, die im geeigneten Moment aktiviert werden sollten.Nachdem der Kampf um Budapest zu Ende gegangen und die Stadt verloren war, war das Festungskommando Steiermark ab Anfang Februar mit dem Oberkommando der 2. Panzerarmee in Verbindung getreten und unterrichtete dieses über die laufenden Vorbereitungen an und hinter der Reichsschutzstellung. Umgekehrt war von da an auch das Festungskommando über die Lage an der Front auf dem laufenden und konnte so im Bedarfsfall seine Anweisungen geben.Leider war diesem eine enge Fühlungnahme zur 6. Armee nicht gelungen, so daß deren zurückgehende Truppen von einem Schutzwall, an dem sie sich zur Verteidigung einrichten sollten, nichts oder nur sehr wenig wußten.Dann, gegen Ende des Monats März, ereignete sich alles verhältnismäßig schnell. Die immer weiter vordringenden motorisierten Truppen der Roten Armee schoben die geschlagenen deutschen Verbände vor sich her, überflügelten sie und erzeugten an vielen Stellen bereits Panik. Nur mit Mühe gelang es der deutschen Führung, noch einmal der sich abzeichnenden Auflösungserscheinungen Herr zu werden. Doch trotz aller Anstrengungen: Der letzte Akt zum Untergang des Dritten Reiches hatte jetzt auch vor den Toren Wiens seinen Anfang genommen.Am 28. März drangen erste Verbände der Roten Armee in Vasvár wenige Kilometer nordöstlich von Körmend ein, worauf höchste Alarmstufe, also Panzerwarnstufe III und Alarmstufe III, ausgegeben wurde.Die Feldkommandantur 198 richtete sich am 27. März in Schachendorf unweit der Reichsgrenze und in direkter Nähe zum Kampfabschnitt Rechnitz ein und begann damit, alle umliegenden Ortskommandanturen zu alarmieren. Man konnte hier, genau wie überall entlang der ungarischen Grenze und darüber hinaus, auf eine mehr oder weniger ausgebaute Auffangstellung zurückgreifen, mit deren Bau im Oktober des zurückliegenden Jahres begonnen worden war. Was hier, wie überall, so großspurig als "Ostwall" angepriesen worden war, entpuppte sich dennoch hauptsächlich als ein Panzergraben mit dahinterliegenden Gräben, die allerdings keine wirklich widerstandsfähigen Kampfstände für die Verteidigung aufzuweisen hatten. Nur vereinzelt traf man auf Unterstände, deren Bauweise zumindest einem Granatwerferbeschuß standhalten konnte, einem direkten Treffer durch leichte oder gar schwere Artillerie würden sie jedoch nichts entgegenzusetzen haben. So und ähnlich stellte sich den auf die Reichsgrenze zurückgehenden Soldaten die ihnen angekündigte Auffangstellung dar, mit deren Hilfe sie den Massen der Angreifer noch einmal Widerstand leisten sollten...Weltkrieg Doppelband Heft 2

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