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Pfarrer gelten oft als gute Geschichtenerzähler. Nicht, weil sie besonders fantasievoll wären, sondern weil sie gelernt haben zuzuhören. In den Gesprächen vor Trauerfeiern entstand aus Erinnerungen und Schweigen das Bild eines ganzen Lebens. Oft hörte ich danach: Genauso ist es gewesen, Herr Pfarrer! Auch schwierige Seiten gehören zu einer Lebensgeschichte. Trost entsteht nicht durch Beschönigung, sondern durch die Annahme eines Lebens mit Licht und Schatten. Ähnlich ist es mit den Menschen vergangener Zeiten: Hinter jeder Zeile einer Chronik stehen Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte, die den unseren erstaunlich gleichen. Aus solchen Spuren sind die Geschichten dieses Buches entstanden. Sie spielen am Stadttor, einem Ort des Übergangs zwischen Vertrautem und Fremdem, Abschied und Neuanfang. Ort zwischen den Welten erzählt von diesen Schwellen des Lebens und von den Menschen, die hier ihre Geschichte begannen. Ereignisse, Daten und die Namen der Persönlichkeiten sind alle historisch belegt. Lernen Sie auf diese Weise die Geschichte der Stadt Spandau kennen.
Johannes Simang, 1952 geboren, später ev. Theologie studiert. Als Vikar kam ich nach Staaken in die Gemeinde Heerstraße Nord, eine Gemeinde mit einem besonderen Konzept für Gemeinde in einer Neubausiedlung. Als Pastor in Hilfsdienst war ich drei Jahre in der Zuversichtsgemeinde nahe der Dorfkirche Staaken. Hier begann mich die Geschichte des Ortes und der ev. Gemeinde zu interessieren. Als Pfarrer lebte ich dann in Eisenhüttenstadt und Müllrose. Die Spandauerin begleitete mich in meinem Dienst. In der Müllroser Zeit heirateten wir dann, allerdings ins Spandau. Nach dem Urlaub gab es dann plötzlich keine wilde Ehe mehr im Pfarrhaus. Die letzten dreizehn Jahre verbrachten wir in Berlin-Friedrichshain in der St. Markus-Gemeinde. Nach der Pensionierung zogen wir wieder nach Spandau. Als Pfarrer blieb ich aktiv als Landesmännerpfarrer. Seither schreibe ich freiberuflich.