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Vietnam ist ein Land im Umbruch. Fünfzig Jahre nach Kriegsende bleibt es zwar kommunistisch regiert, entdeckt jedoch rasant den Kapitalismus für sich - mit allen Licht- und Schattenseiten. Lukas Meschik hat das Land ausführlich bereist und Prosaminiaturen angefertigt, die kulturelle Missverständnisse und poetische Kontraste abbilden. Seine Vignetten sind durchaus gesellschaftskritisch, besinnen sich aber auf die tiefere Wahrheit der Literatur und die Kraft der präzisen Beschreibung. Wir treffen die Drachentänzer von Saigon, entspannte Hunde und schöne Katzen, eine Laternenmacherin und einen Bootsmönch; Friseurbesuch und Eröffnung der U-Bahn werden zu Sternstunden der Menschheit. Meschik beschreibt auch eine innere Reise, stets auf der Suche nach dem Freiheitsgefühl des Weltenbummlers.
Lukas Meschik, geboren 1988 in Wien, debütierte 2009 mit dem Roman Jetzt die Sirenen. Es folgten der Erzählband Anleitung zum Fest (2010) und der Roman Luzidin oder Die Stille (2012); bei Limbus: Über Wasser (Roman, 2017), Die Räume des Valentin Kemp (Roman, 2018), Vaterbuch (2019), Planeten (Gedichte, 2020), der Essay Einladung zur Anstrengung (2021), der Roman Die Würde der Empörten (2023) und der Lyrikband Form wahren (2024). Im Frühling 2020 betrieb er für hundert Tage ein öffentliches Notizbuch (www.coronarrativ.com). Nach drei Alben als Sänger, Texter und Gitarrist der Band Filou ist Meschik jetzt Frontmann seines Musikprojekts Moll, das Debüt-Album Musik erschien 2020, 2022 Sesseltanz. Förderpreis der Stadt Wien 2012, Kitzbühler Stadtschreiber 2013. Mit einem Auszug aus Vaterbuch war Lukas Meschik 2019 zum Wettlesen um den Bachmannpreis eingeladen.