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Manche Geschichten beginnen nicht mit einem großen Ereignis, sondern mit einem einzigen Blick. Bei Massimo waren es zwei große, rehbraune Augen hinter den Stäben eines Käfigs. Augen, die zu sagen schienen: "Ich bin ein Prinz holt mich hier raus!" Damals konnte ich noch nicht wissen, wie sehr dieser kleine, schmale Hund mein Leben verändern würde. Aus Tongy wurde Massimo, aus einem sogenannten Ladenhüter wurde ein geliebtes Familienmitglied und aus einem unsicheren Welpen mein treuester Freund. Dieses Buch erzählt sein Leben aus seiner eigenen Sicht so, wie Massimo die Welt vermutlich empfunden hat: voller Diener, die seine Wünsche nicht immer sofort verstanden, voller Hündinnen, die seinem italienischen Charme kaum widerstehen konnten, und voller Abenteuer, die nur ihm passieren konnten. Massimo war kein gewöhnlicher Hund. Er war eigensinnig, stolz, empfindsam und überzeugt davon, etwas ganz Besonderes zu sein. Er liebte Leberkäse, Tannenzapfen, Wärme und schöne Hündinnen. Kälte, Regen, nasses Gras und Regeln, deren Sinn er nicht verstand, gehörten dagegen nicht zu seinen großen Leidenschaften. Er brachte mich zum Lachen, manchmal an den Rand der Verzweiflung und sehr oft dazu, ihm Dinge zu verzeihen, die ich keinem anderen hätte durchgehen lassen. Ein einziger Blick aus seinen großen braunen Augen genügte, und beinahe jeder Ärger war vergessen. Doch hinter den lustigen Erlebnissen steckt eine Geschichte über Vertrauen. Massimo begann sein Leben in einer weißen Kiste. Er wusste nicht, wie es sich anfühlte, draußen spazieren zu gehen, in einem weichen Bett zu schlafen oder zu einem Menschen zu gehören, der ihn niemals wieder hergeben würde. Vieles musste er erst lernen und manchmal musste auch ich lernen, ihn zu verstehen. Gemeinsam haben wir fast mein halbes Leben verbracht. Wir sind gereist, umgezogen und durch schöne wie schwere Zeiten gegangen. Massimo war bei der Arbeit, auf Turnieren, im Urlaub und in meinem Alltag immer an meiner Seite. Selbst als seine Welt langsam dunkel wurde und er sein Augenlicht verlor, blieb sein Vertrauen bestehen. Er konnte mich nicht mehr sehen, aber er wusste, dass ich da war. Am 25. Oktober 2023 musste ich mich von ihm verabschieden. Seitdem fehlt er mir jeden Tag. Sein Platz ist leer, doch die Erinnerungen an ihn sind geblieben: seine dünnen Beine, sein warmer Körper, seine Tannenzapfen, sein unverwechselbarer Geruch und seine Art, sich auf dem kleinsten verfügbaren Platz direkt an mich zu drücken. Dieses Buch ist deshalb mehr als die Geschichte eines Hundes. Es ist mein Dank an Massimo. Ein Dank für all die Jahre, in denen er mein Leben begleitet, bereichert und manchmal gründlich durcheinandergebracht hat. Es ist eine Erinnerung an einen kleinen Hund mit einer großen Persönlichkeit und an eine Freundschaft, die nicht mit dem Tod endet. Vielleicht bringt euch Massimo auf den folgenden Seiten zum Lachen. Vielleicht werdet ihr manchmal den Kopf über ihn schütteln. Und vielleicht erinnert ihr euch beim Lesen an ein Tier, das auch euer Leben für immer verändert hat. M. E. Capwell