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Ein Hofdrama mit einer einzigen phantastischen Regel. Niemand spricht sie aus. Mirabel kommt selbst dahinter. Mirabel ist die Bezahlung. Ihr Vater bekommt Getreide und achthundert Reiter, Karnholt bekommt seine Tochter. In sechs Tagen ist die Hochzeit. In Karnholt ist alles in Ordnung. Die Strassen sind gerade, die Speicher voll, es hungert niemand. Die Bediensteten verbeugen sich, treten zur Seite und erfüllen ihr jeden Wunsch. Sie beantworten nur keine Fragen. Vom Hochzeitstag an geschieht nichts mehr, was sie sagt. Niemand ist unhöflich zu ihr. Es geschieht einfach nichts. Ihr Verlobter hat ihr beim ersten Essen über den Tisch hinweg angekündigt, was er sich nehmen wird, sobald sie allein sind. Dann sind sie allein. Er kommt bis auf zwei Schritte heran und bleibt stehen. Sein Vater setzt ihn als Regenten ein und reitet fort. Danach tut niemand im Haus, was er befiehlt. Mirabel fängt an zu zählen. Kerzen, Stühle, Tage. Wer hier wem gehorcht. Und warum ein Diener jeden Morgen ein Tablett vor eine Tür stellt, hinter der niemand wohnt. Leise erzählt, aber nicht harmlos. Slow Burn, closed door, keine Zauberer. Eine Novelle für einen Abend, rund hundert Seiten.