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Die antike Philosophie stellt ohne Zweifel den wichtigsten Bezugspunkt für Friedrich Nietzsches Philosophieren dar. Während seine intensive Auseinandersetzung mit Sokrates, Platon und den Vorsokratikern vielfach untersucht wurde, bleibt seine Rezeption der hellenistischen Philosophie allerdings häufig unbeachtet oder gilt als randständig. Manuel Steiner untersucht systematisch Nietzsches Bezugnahmen auf Stoizismus, Epikureismus und pyrrhonische Skepsis. Er arbeitet direkte Verweise, thematische Parallelen und produktive Umwertungen aus dem gesamten Werk heraus und zeigt, dass Nietzsche zentrale Konzepte dieser Schulen aufgreift, transformiert und in sein eigenes Philosophieren integriert. Dabei wird deutlich, dass seine Beschäftigung mit den Hellenisten äußerst vielschichtig und nicht auf eindeutig positive oder negative Wertungen zu reduzieren ist. So entsteht ein neues Gesamtbild, das die bedeutende Rolle des Hellenismus für Nietzsches dynamisches sowie experimentelles Philosophieren sichtbar macht und sowohl an der Nietzsche-Forschung als auch an der Antiken Philosophie Interessierten neue Perspektiven eröffnet.
Manuel Miguel Steiner, Julius-Maximilians-Universität Würzburg.