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Recht ist eine durch und durch menschliche Angelegenheit. Wirksames Recht setzt daher fundierte Kenntnisse über den realen Menschen voraus: Wie trifft er Entscheidungen? Was bewegt ihn, Regeln zu befolgen oder zu brechen? Diese psychologischen Fragen blendet das juristische Denken allzu oft aus und operiert stattdessen schematisch mit veralteten und fiktiven Menschenbildern. Das Recht leidet damit an chronischer Unterpsychologisierung. Heute, wo das Bewusstsein für die Bedeutung des Psychologischen generell wächst, plädiert das Buch für eine psychologische Wende im Recht.
Markus Müller ist seit dem Jahre 2005 ordentlicher Professor für Staats- und Verwaltungsrecht sowie öffentliches Verfahrensrecht an der Universität Bern. In seiner Forschungstätigkeit beschäftigt er sich vorzugsweise mit ausgewählten Fragen zum Staat-Bürger-Verhältnis, z.B.: Wie bewältigt der Staat die Herausforderungen der multireligiösen Gesellschaft? Worin liegen die psychologischen Implikationen des öffentlichen Rechts? Was bedeuten Freiheit und Verhältnismässigkeit in Zeiten der Krise? Vor seiner Berufung an die Universität Bern arbeitete er während zehn Jahren als stellvertretender Generalsekretär in der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (heute: Direktion für Inneres und Justiz).