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Von den Seillängen eines Lebens Das Leben ist zu kurz, um aufs Klettern zu verzichten. Dieser Meinung ist zumindest Ma-ria Kittl. Die Oberösterreicherin, Jahrgang 1931, gilt als eine der besten Kletterinnen ihrer Zeit - in der kaum Frauen durch die Wände stiegen - und meisterte mit ihrem Mann die schwierigsten Touren im Alpenraum. Dabei hätte sie unzählige Gründe, ihr Schicksal zu beklagen: Sie überstand die Armut der Weltkriegsjahre, den frühen Tod ihres Sohnes und später auch den ihres Mannes, bewältigte eine Krebserkrankung und mehrere Knochen-brüche. Doch auch wenn ihr Herz schwächer geworden ist, ihr Dickkopf ist geblieben. Statt zu jammern, widmet sie sich lieber ihrem Lebensziel: "Ich möchte hundert werden und immer noch klettern können." Einfühlsam erzählt die Journalistin Marlies Lattner-Czerny die Geschichte einer unbeirrbaren Frau, die der Schwerkraft trotzt - und dem Al-ter erst recht. "Wenn ich heute an ein Vorbild denke, dann denke ich an Maria." Gerlinde Kaltenbrunner
MARLIES LATTNER-CZERNY ist als freie Autorin und Alpinistin gern abseits der Normalwege unterwegs. Nach zehn Jahren als Journalistin bei den Oberösterreichischen Nachrichten und einer Schweizer Tageszeitung machte sie sich selbstständig. Als erste Österreicherin bestieg sie alle 82 Viertausender der Alpen; daraus entstand das Buch "4000ERLEBEN: Von null auf die höchsten Gipfel der Alpen". Sie verfasste die Biografie über Peter Habeler "Mein nächster Berg" sowie zahlreiche Reportagen für Magazine. Mit ihrem Mann Andreas lebt sie gemeinsam in Oberösterreich - und hält gemeinsam mit ihm Vorträge über das Leben in und mit den Bergen. Mehr auf hochzwei.media