Medizin, Gesellschaft und Geschichte 44 (2026)

1 schwarz-weiße und 23 farbige Abbildungen, 4 schwarz-weiße Tabellen. 24,0 cm / 16,8 cm / 1,6 cm ( B/H/T )
EAN 9783515143431
48,20 €
inkl. MwSt.
252 Seiten
September 2026
Steiner Franz Verlag

Seuchengeschichte lässt sich im Rahmen der Sozialgeschichte der Medizin aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln: Eine Studie rekonstruiert auf quellenkritischer Basis die Funktion eines Wiener Seuchenlazaretts im Dreißigjährigen Krieg, eine andere demonstriert anhand von Influenzadaten aus der Schweiz (1881-1995) das Potential digitaler Methoden wie der ARIMA-Modelle. Dabei wird die Notwendigkeit kritischer Quellen- und Datenprüfung auch bei KI-gestützter Forschung betont. Ein weiterer Beitrag analysiert die autobiographische Selbstdeutung eines Mediziners im Kontext der Aufarbeitung von NS-Verstrickungen. Zudem wird gezeigt, wie technische Innovationen medizinische Praxis verändern: Neue Injektionsmethoden bei Diabetes wurden erst bei spürbarer Verbesserung der Lebensqualität akzeptiert. Außerdem wird die Rolle der Pflege in der Entwicklung der Dialyse und der Beziehung zwischen Pflegenden und Patient:innen beleuchtet. Abschließend widmen sich zwei Beitragende der Homöopathie und der komplementären Medizin: Sie plädieren für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen und schlagen eine Arbeitsdefinition "Traditioneller Medizin" im deutschsprachigen Raum vor.