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In diesem Buch kommen zwei Personen miteinander ins Gespräch, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Gottesmutter Maria und Johannes von Patmos - Schöpfer der 'Offenbarung des Johannes' als letztem Buch der Bibel. Maria und Johannes verkörpern jeweils Urgestalten, deren ikonographisches Bild sich in jahrtausendlanger kultureller Formung manifestiert und verfestigt hat. In ihrem Aufeinandertreffen zeigen sich zunächst gegensätzliche archetypische Pole der menschlichen Seele. In ihrer Sehnsucht nach lebendiger Begegnung öffnen sich beide für die Stärken und Schwächen des jeweils anderen und verwandeln sich während dem Verlauf ihres Dialoges grundlegend und in heilsamer Dynamik. Aus Bildern werden Menschen - ihre Schalen, Konstrukte und Distanzen erlösen sich in eine bewegte Wirklichkeit hinein. Johannes ist der Prophet des goldenen Jerusalem am Ende der Zeiten. Davon spricht er in kraftvollen bildlichen Visionen und mahnenden Worten, die Hoffnung stiften und eindringlich den rechten Weg aufzeigen. Bedrängt durch sein eigenes Wort, wendet sich Johannes an Maria, die als demütig und gehorsam Empfangende und Tragende in der Tradition steht. Sie lebt im Fühlen, der Hingabe und Verbundenheit und lehrt ihren Gesprächspartner das selbstlose Hören. Sie führt ihn zu stillem Fühlen in die Vertiefung innerlichen Lebens. Maria öffnet sich ihrerseits und zeigt sich als verletzliche Frau in ihrer Not. Johannes hilft ihr, ihren Schmerz zu verwandeln, gibt ihr Mut und Zuversicht. (...)
Michael Stoll ist in Überlingen am Bodensee aufgewachsen und hat dort seine künstlerische Heimat. Seine Studien führten ihn nach Berlin (Theaterwissenschaft und Germanistik) und Konstanz (Philosophie und Rechtswissenschaft). Seit 1991 arbeitet er als freischaffender Dichter und Musiker. 1999 eröffnete er den WortRaum als Schreib- und Musikwerkstatt und initierte 2007 das SusoHaus Überlingen in seiner heutigen Form als Ort der schöpferischen Arbeit; er leitet das Haus und sein Kulturprogramm seitdem. Seit 2012 entsteht das Lebenskloster in Worndorf als Ort der Stille und der schöpferischen Arbeit.