Milena Kirwald

Geschichte für die Demokratie

Historische Sachliteratur der Weimarer Republik. 23,0 cm / 15,0 cm / 3,1 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 468 Seiten
EAN 9783593522906
Veröffentlicht August 2026
Verlag/Hersteller Campus Verlag GmbH
59,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

In der Zeit der Weimarer Republik erschienen populäre Geschichtsbücher, die weder Romane noch wissenschaftliche Abhandlungen waren, sondern eine eigene Form der historischen Sachliteratur darstellen. Sie berichteten historische Ereignisse oft erzählerisch oder leicht fiktionalisiert, blieben dabei aber sachlich. Milena Kirwald untersucht in ihrer Studie, wie diese Bücher funktionierten, warum sie entstanden und welche Rolle sie für die junge deutsche Demokratie hatten. Sie widmet sich damit einer bisher kaum beachteten Form der Geschichtsschreibung und entwickelt die These, dass ihr Aufkommen erst nach dem Staatswechsel nach dem Ersten Weltkrieg möglich wurde. Sie zeigt außerdem, dass diese Bücher von verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gelesen wurden, politisch bildend wirkten und zur demokratischen Selbstverständigung beitrugen.

Portrait

Milena Kirwald war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Seminar der Universität Freiburg und promovierte zur historischen Sachliteratur der Weimarer Republik.

Inhaltsverzeichnis

Dank 1. Einleitung
2. Historische Sachbücher statt -Historische Belletristik- 2.1 Gegenstandsbestimmung I: -Historische Belletristik- als Sachliteratur 2.1.1 Die sogenannte -Historische Belletristik- in der Forschung 2.1.2 Die sachliterarischen Dimensionen der -Historischen Belletristik- 2.2 Gegenstandsbestimmung II: Produktionsästhetik. Ansprüche und Versprechen der Sachbuchautor:innen 2.2.1 Wer schreibt historische Sachbücher? 2.2.2 Wie gibt sich ein Sachbuch zu erkennen? Titel und paratextuelle Ausstattung 2.2.3 Nutzen für die Gegenwart: Die Aktualität des Vergangenen 2.2.4 Schwierige Beziehungen: Wissenschaftlichkeit und Wissenschaftskritik 2.2.5 Vielschichtige Innovation: Populär versus populärwissenschaftlich 2.2.6 Ansprüche und beanspruchte Erwartungshaltungen 2.3 Gegenstandsbestimmung III: Rezeptionsästhetik. Anforderungen und Wünsche zeitgenössischer Leser:innen und Kritiker:innen 2.3.1 Allgemeinverständlichkeit 2.3.2 Wissenschaftliche und belletristische Anleihen 2.3.3 Innovationscharakter 2.3.4 Ergänzung und Kritik der Fachwissenschaft 2.3.5 Aktualität 2.3.6 Objektivität und Parteilichkeit 2.3.7 Politik und Politisierung 2.3.8 Zeitgenössische Erwartungshaltungen
3. Die historische Sachliteratur als Textform 3.1 Entstehungskontexte und Traditionslinien 3.1.1 Professionalisierung und Popularisierung: Zum Verhältnis zwischen historischer Sach- und Fachliteratur 3.1.2 Exkurs: Zur Lage der Geschichtswissenschaft in der Weimarer Republik 3.1.3 Das Verhältnis zwischen populärer Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts und historischer Sachliteratur (ab) der Weimarer Republik 3.1.4 Die Traditionslinie der populären sozialistischen Geschichtsschreibung 3.2 Ausdifferenzierung und Erzählweisen 3.2.1 Die Aktualisierung der geschichtswissenschaftlichen Biografie im Sachbuch: (K)ein 'wildes Drauflosbiographieren'? 3.2.1.1 Individuum und Klasse: Valeriu Marcus Wilhelm Liebknecht 3.2.1.2 Individualität und Typenhaftigkeit in den Sammelbiografien Herbert Eulenbergs und Hans Otto Henels 3.2.1.3 -Frauen machen Geschichte-? Ambivalenzen weiblicher Handlungsmacht in Gertrude Aretz' Königin Luise 3.2.2 Das Kriterium der -Wissenschaftlichkeit- 3.2.3 Sachliterarische Erzählweisen 3.2.3.1 Narratologische Gestaltung 3.2.3.2 Selbstreflexives Potenzial 3.2.4 Populäre Elemente 3.2.4.1 Die Anekdote als sachliterarisches Erzählprinzip 3.2.4.2 Fiktionale Elemente in faktualen Texten 3.2.4.3 Der palimpsestartige Charakter der Sachbücher 3.3 Thematische Schwerpunkte 3.3.1 Das 19. Jahrhundert als sachliterarisches Lieblingsthema 3.3.2 'Die Bismarck-Legende ist mehr als eine Historiker- Angelegenheit' 3.3.2.1 'Die Liquidation des Falles Bismarck vom Lager des historischen Materialismus aus': Kurt Kerstens Bismarck und seine Zeit 3.3.2.2 Ein versöhnlicher Gegenentwurf: Emil Ludwigs Bismarck. Geschichte eines Kämpfers 3.3.3 Frauen (in) der Sachliteratur 3.3.3.1 'verfaßt von einer Frau': Sachbuchautorinnen 3.3.3.2 'das große Heer der Unbekannten, Ungenannten': Frauengeschichte im Sachbuch 3.3.4 Eine neue Form der Geschichtsschreibung? Tendenzen sachliterarischen Geschichtsdenkens
4. Die historische Sachliteratur als Zeitdokument 4.1 Historische Sachliteratur und die Kultur der Republik 4.1.1 Zum Verhältnis zwischen Weimarer Kultur, neusachlicher Ästhetik und historischer Sachliteratur 4.1.2 'Zeitalter der Geschichtsmüdigkeit'? - Das Geschichtsinteresse der Weimarer (Populär-)Kultur 4.2 Die historische Sachliteratur auf dem Buchmarkt der Weimarer Republik 4.2.1 Krisen und Lesebedürfnisse auf dem Massen-Buchmarkt 4.2.2 Sachbücher in den Verlagen 4.2.3 Zur 'vorbildlichen Ausstattung' der historischen Sachbücher 4.2.4 Preise 4.2.5 Leser:innen 4.3. Die historische Sachliteratur in der und für die Republik 4.3.1 Antimonarchismus als Prorepublikanismus: Zum demokratischen Potenzial der historischen Sachliteratur 4.3.1.1 Der Diskurs über die Staatsform und ihre Legitimierung 4.3.1.2 Sachliterarische Kritik an der Monarchie 4.3.1.2.1 Monarchiekritik I: Familiengeschichten 4.3.1.2.2 Monarchiekritik II: Kritik am monarchischen Prinzip 4.3.1.2.3 Monarchiekritik III: Vermögensansprüche 4.3.1.3 Republikanische und antirepublikanische Bezugnahmen auf die Vergangenheit: Die Wertung der Geschichte in Sach- und Fachbuch 4.3.1.4 Vergangenheitsdeutung, Gegenwartsdiagnostik und Zukunftsentwürfe .. 4.3.1.5 Demokratisches Denken und republikanischer Nationalismus 4.3.2 Sachliteratur als Beitrag zur republikanischen Alltagspraxis 4.3.2.1 Geschichtsbildung in der Republik 4.3.2.1.1 Republikanische Geschichtsbildung in Schule und Sachbuch 4.3.2.1.2 Historische Sachliteratur als Medium der politischen Bildung 4.3.2.2 Sachbücher und ihre Autor:innen in der Öffentlichkeit
5. Fazit Tabellen Literatur Quellen Quellen ohne Angabe der Verfasser:innen (o.V.) Anzeigen Sonstige Quellen ohne Angabe der Verfasser:innen Quellen mit Angabe der Verfasser:innen Darstellungen

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