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Die Eifel ist schön - und sie schweigt. Hinter malerischen Basaltkegeln, auf verträumten Wochenmärkten und in rauchigen Gastwirtschaften brodelt etwas, das kein Wanderführer verrät: die dunkle Neugier einer Frau namens Hedwig, die mit sechzig Jahren schärfer beobachtet als die meisten Menschen je in ihrem Leben.
In "Tote Augen, offene Ohren" versammelt Monika Drießen sieben Kriminalfälle aus der Eifel, die alle eines gemeinsam haben: einen Tod, den die anderen schnell vergessen wollen - und Hedwig, die es nicht tut. Kein Dienstausweis, kein Amt, keine Waffe. Nur ein wacher Blick, Jahrzehnte Menschenkenntnis und die Gabe, zu schweigen, bis die anderen reden.
Die Geschichten verbinden die atmosphärische Wucht des Regionalkrimis mit der Eleganz klassischer Detektivliteratur. Drießen schreibt beobachtend und präzise, mit einem feinen Sinn für das Unausgesprochene: Ein falsch sitzender Imkerschleier, ein zu lautes Lachen, ein zu beiläufiger Satz - es sind die kleinen Verwerfungen im Alltag, die Hedwig auf die Spur bringen. Die Eifel selbst ist dabei weit mehr als Kulisse; sie ist Mitwisserin, manchmal Komplizin, immer Hintergrund einer Gesellschaft, die das Unbequeme lieber schnell ins Regal stellt.
Was diese Sammlung besonders macht, ist ihr Ton: nüchtern, lakonisch, gelegentlich mit einem trockenen Humor, der schmerzt, weil er stimmt. Hedwig ist keine Heldin im klassischen Sinne - sie ermittelt nicht, sie bemerkt. Und genau das macht sie so gefährlich.
Sieben Fälle, sieben Orte, sieben Wahrheiten, die niemand hören wollte. Für alle, die wissen, dass die stillsten Menschen in einem Raum meistens am meisten wissen.
Monika Drießen lebt in der Eifel und schreibt Kriminalgeschichten, die in ihrer Heimatregion angesiedelt sind. Mit feinem Gespür für Spannung und psychologische Tiefe erzählt sie von Verbrechen und ihren Auswirkungen auf das Leben einer Gemeinschaft. Ihre Faszination für die dunklen Seiten des menschlichen Verhaltens verbindet sie mit einer genauen Beobachtung alltäglicher Situationen. Drießen ist bekannt für ihren realistischen Erzählstil und ihre Fähigkeit, Leser in die düstere Welt ihrer Protagonisten zu ziehen. Sie lebt mit ihrer Familie in der Region, die ihre literarische Heimat geworden ist.