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Vev ist ein Scheidungskind, ihre Familie ist jetzt größer als früher. Da ist die Mutter, Sonja, die auch mithilfe von Drogen nicht recht über die Scheidung hinwegkommt, und da ist ihr Neuer, den alle nur The Dude nennen, einer, der die Dinge in die Hand nimmt und aufräumt in Sonjas Leben. Und da ist Milan, Vevs Vater, der zu Natalie und ihren beiden Töchtern zieht, aber auch in seiner neuen Familie nicht den richtigen Platz findet. Sie alle gehören irgendwie zusammen, weil sie nicht voneinander loskommen. Und Vev? Und die anderen Kinder? Die Kinder lernen schnell, wie das Spiel läuft, und spielen es bald besser als die Erwachsenen. Es sind skandalös alltägliche Verhältnisse, die Monika Helfer in den Blick nimmt. Sie geht nahe heran an die Menschen, die darin leben, die mit sich und den anderen zurechtzukommen versuchen. Ihr Blick ist entlarvend, aber auch voller Empathie, schonungslos, aber immer im Dienst der Aufrichtigkeit. Und was aus größerer Entfernung wie eine Familie aussieht, ist bei näherer Betrachtung eben oft nicht mehr als ein fein austariertes System von Eigeninteressen.
Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur (1997), dem Solothurner Literaturpreis (2020) und dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2022) ausgezeichnet. Ihr Roman Schau mich an, wenn ich mit dir rede! stand 2017 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis; Vati 2021 auf der Shortlist. Zuletzt war 2025 Wie die Welt weiterging für den Österreichischen Buchpreis nominiert (nach Die Bagage 2020, Vati 2021 und Bettgeschichten und andere 2022). Monika Helfer starb im August 2026 in Vorarlberg.