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"Emotionen haben im Job nichts verloren." Diesen Satz hat Natascha Ninic vor vielen Jahren von einem Vorgesetzten gehört. Heute weiß sie, dass er ziemlich genau beschreibt, was viele Innenarchitekten und Interior Designer in ihrem Beruf gelernt haben: Sie bringen ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihren Blick für gute Gestaltung mit, und sich selbst lassen sie lieber draußen. Und doch planen sie jeden Raum mit, mit ihrer Wahrnehmung, ihren Werten, ihren Bedürfnissen und den Sätzen, die sie irgendwann über sich und ihren Beruf gelernt haben.
Dieses Buch lädt dazu ein, dort anzufangen, wo in der Innenarchitektur kaum jemand anfängt: bei dem Menschen, der plant. Natascha Ninic verbindet über zwanzig Jahre Planungspraxis mit Erkenntnissen aus Psychologie und Coaching. Sie zeigt, wie unser Nervensystem Räume bewertet, lange bevor der Verstand es tut, welche Filter, Werte und Glaubenssätze jede Gestaltung prägen und warum Preisgespräche, Grenzen und Einsparrunden so viel mit dem eigenen Selbstwert zu tun haben. Danach richtet sich der Blick auf den Raum als körperliche Erfahrung, auf Licht, Klang, Material und Wege, und auf die Frage, warum selbst der schönste Raum allein keine Kultur verändert. Mit der Übersetzungskette erhalten Leser ein klares Denkwerkzeug, das menschliche Bedürfnisse in konkrete gestalterische Entscheidungen übersetzt.
Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, voller Szenen aus der Praxis, und jedes Kapitel endet mit einer Frage, die zum Nachdenken einlädt. Es setzt voraus, dass Gestalter ihr Handwerk beherrschen, und richtet den Blick auf den Teil der Arbeit, über den im Beruf kaum gesprochen wird.
Denn Räume, die Menschen stärken, entstehen aus Menschen, die sich selbst kennen.
Natascha Ninic ist Diplom-Ingenieurin der Innenarchitektur, NLP Master Coach und Mindset-Coach. Seit über zwanzig Jahren plant sie Büros und hat dabei eine Beobachtung gemacht, die ihre Arbeit bis heute prägt: Zwei Büros können auf dem Papier nahezu gleich sein, und trotzdem fühlt sich das eine lebendig an und das andere leer. Der Unterschied liegt selten im Grundriss.
Als Gründerin und Geschäftsführerin der NINIC GmbH verbindet sie deshalb zwei Welten, die in Unternehmen meist getrennt verhandelt werden: die Welt der Flächen, Budgets und Grundrisse und die Welt der Kultur, der Führung und der menschlichen Bedürfnisse. Mit ihrer Methode Energetic Workspaces begleitet sie Unternehmen von der Analyse bis zur nachgewiesenen Wirkung und arbeitet dabei mit Mitarbeitern ebenso wie mit Führungskräften und Vorständen. Sie war Vizepräsidentin des Bundes Deutscher Innenarchitekten.
Ihre Überzeugung: Räume beeinflussen Nervensysteme, und nachhaltige Veränderung geschieht immer von innen nach außen.