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Als Mascha Kaléko mit ihrer Familie nach Berlin zieht, ist sie bereits elf Jahre alt. Und doch wird die Stadt für sie zur 'Geburtsstadt ': Hier emanzipiert sie sich von ihrer jüdisch-orthodoxen Familie, hier debütiert sie als Dichterin. Ihre allerersten Gedichte verfasst sie auf Berlinerisch, die dann folgenden immerhin in 'Berliner Schnauze': schnoddrig, witzig-melancholisch und den Alltag der einfachen Menschen porträtierend. Nikola Herweg, die am Deutschen Literaturarchiv Marbach den Nachlass von Mascha Kaléko betreut, erzählt von der Dichterin und ihrem Heimat- und Sehnsuchtsort Berlin. Sie sucht die Stationen der jungen Kaléko in der Metropole auf, die Stätten ihrer 'paar leuchtenden Jahre', nimmt jedoch auch das nach Kalékos Flucht ins US-amerikanische Exil ambivalente Verhältnis zu 'ihrer' Stadt in den Blick.
Nikola Herweg, 1973 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Literaturarchiv Marbach. Sie leitet dort das Helen und Kurt Wolff-Archiv für Exilliteratur und ist auch für den Nachlass Mascha Kalékos zuständig. Sie publiziert u. a. zu den Themen Exil, Exilliteratur und Gegenwartsliteratur.