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Dieser Band setzt die Reihe der Darstellungen zur Nordhäuser Geschichte seit der Reformation fort, die Peter Kuhlbrodt bereits vorgelegt hat. In ihm wird der Verfassungskonflikt in der Reichsstadt Nordhausen zwischen Rat und Bürgerschaft nach dem Ende des 30-jährigen Krieges in der zweiten Hälfte des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geschildert. Eine kleine Ratsoligarchie dominierte die Politik, erwies sich jedoch angesichts von Krisen wie Pest, Bränden und wirtschaftlichen Problemen zunehmend als entscheidungsunfähig. Dies führte zu wachsendem Unmut und zur Bildung einer Bürgeropposition, getragen von Geistlichen, Juristen und Handwerkern. Verstärkt wurde der Konflikt durch den zunehmenden Einfluss Brandenburg-Preußens in der Stadt. Anfang des 18. Jahrhunderts eskalierte die Situation: Bürger klagten vor kaiserlichen Gerichten und forderten Reformen. Nach langem Ringen kam es schrittweise zu Veränderungen in Verwaltung und Verfassung. Trotz gewisser Verbesserungen blieb die Kritik bestehen, dass viele Missstände fortdauerten. Die Arbeit basiert auf gründlichem Literatur- und Quellenstudium. Der Autor, ein ausgewiesener Kenner der Nordhäuser Geschichte, versteht es, aus trockenen Daten eine lebendige Darstellung historischer Prozesse zu formen.