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Im September 2026 jähren sich die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York zum 25. Mal. In Reaktion auf dieses weltgeschichtliche Ereignis, das vor allem durch die mediale Vereinnahmung eine globalisierte Gefühlsreaktion auslöste, schrieb Robert Menasse ein paar Monate später einen Essay über das Attentat als kollektives 'Schock-, Welt- und Medienereignis' und setzte es mit der prägenden kindlichen Erfahrung, als John F. Kennedy ermordet wurde, und mit der Erinnerung an die Ermordung des chilenischen Präsidenten Allende am 11. September 1973 in Beziehung. Wie wird eine kollektive Erschütterung erinnert, wie verarbeitet? Die eigenen kindlichen Erinnerungen führen zu einer Reflexion über den gesellschaftlichen und medialen Umgang mit solchen historischen Ereignissen und wie sie als globale Erinnerung verankert sind. Aus dem Essay entstand einige Zeit später die Erzählung "Die amerikanische" Brille, in der allerdings das historische Ereignis mit subjektiver Erinnerung und Kindheitsgefühlen aufgeladen ist, und die ein junges Paar mit seinen nebeneinander bestehenden Weltsichten über relative Wahrheit und Deutung stolpern lässt. In einem ausführlichen Nachwort analysiert der Germanist Ewout van der Knaap die Entstehung dieser beiden hier abgedruckten Texte sowie ihre Beziehung zueinander.
Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, studierte in Wien, Salzburg und Messina Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft und wurde 1980 mit der Arbeit 'Der Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb' zum Dr. phil. promoviert. Von 1981 bis 1988 lehrte er an der Universität São Paulo in Brasilien, 1999 verbrachte er drei Monate als Writer in Residence in Amsterdam. Seit 2011 kuratiert er ein Writer-in-Residence-Programm in der one world foundation in Sri Lanka. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit vielen bedeutenden Preise bedacht. Zuletzt erschienen: "Die Lebensentscheidung, Novelle" (Suhrkamp 2026). Robert Menasse lebt als freier Schriftsteller und (politischer) Essayist in Wien.