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Er hat mir vor dem ganzen Club die Kutte vom Rücken geschnitten. Hat mich nicht gefragt. Hat mich nicht gewarnt. Hat mich einfach auf die Bühne gerufen, als wollte er etwas Schönes sagen, die Hand auf meinen Rücken gelegt und ein Messer an neun Jahre meines Lebens gehalten. Er sagte, es sei zu meinem Schutz. Er fragt nie. Das ist das Ding, das niemand an Arne Haverkamp versteht. Er entscheidet, und dann sagt er es dir, und du sollst dankbar sein, dass er überhaupt an dich gedacht hat. Also stand ich da, in einer Kutte mit einem Loch darin, und endlich sah ich es. Ich war nie seine Partnerin. Ich war sein Eigentum. Und Eigentum räumt man weg, wenn es gefährlich wird. Ich habe das Ruhrgebiet noch in derselben Nacht verlassen. Und ich habe das Einzige mitgenommen, was er mir nicht abschneiden kann. Sein Name steht auf der Werkstatt. Sein Name steht auf den Konten. Sein Name steht auf jedem Papier, mit dem dieser Club sauber aussieht - und neun Jahre lang war ich diejenige, die jede einzelne Seite davon sauber gehalten hat. Ich weiß, wo jeder Euro schläft. Jetzt bin ich in Leipzig, baue mir mit meinem eigenen Namen auf dem Schild etwas auf, und Arne findet heraus, was es kostet, die Frau zu unterschätzen, die seine ganze Welt am Laufen gehalten hat. Er schickt keine Brüder. Er kommt selbst. Keine Farben. Kein Club. Nur ein Mann, der um sechs Uhr morgens auf meiner Straße steht und um fünf Minuten bittet. Dann um mehr. Dann kommt er wieder. Und wieder. Und da ist noch jemand anderes hier. Ein guter Mann. Ein Mann, der mir kein einziges Mal gesagt hat, was ich darf. Arne glaubt, er kämpft um seine Ehe. Er kämpft um das Recht, überhaupt fragen zu dürfen.