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--Obwohl Nietzsches Thematisierung der Ökonomie zuletzt vermehrt Aufmerksamkeit erfuhr, ist bislang kaum berücksichtigt worden, dass er sich über seine gesamte Schaffenszeit hinweg direkt mit ökonomischen Denkern befasste. Auf der quellenkritischen Grundlage ausgewählter Auseinandersetzungen erforscht die vorliegende Arbeit Nietzsches Ökonomien als Transformationen der jeweiligen Positionen, um deren Potenziale für zeitgemäße Diskurse in der Nietzscheforschung und Wirtschaftsphilosophie zu erschließen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Großteil der konkreten Bezugnahmen Nietzsches bisher unbekannt war. Zu den herangezogenen Quellen zählen Aristoteles' Politische Ökonomie, Eugen Dührings Lebensökonomie, John Stuart Mills Political Economy und Emanuel Herrmanns reine Ökonomik. Nietzsches Adaptionen und Transformationen entwickeln philosophisch-ökonomische Fragen im Hinblick auf erkenntnistheoretische Aspekte der Ökonomik, metaphysische und teleologische Voraussetzungen, das Verhältnis von Politik und Ökonomie sowie den Wertbegriff. Angesichts der gegenwärtigen Umbrüche in Ökonomik und Wirtschaftsphilosophie eröffnen sich mit Nietzsche unkonventionelle und aufschlussreiche Perspektiven für den aktuellen Diskurs.
Sören E. Schuster, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg.