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Was für eine Geschichte von Sehnsucht und Schmerz, von Melancholie und Glück, von Erwartung und Schicksal!
Wie aus dem Nichts fällt das Mädchen in Oles Leben. Bis eben hatte es sich noch versteckt. Da ist sie, Miki, siebzehn, die nicht zur Schule geht und schwer mit sich hadert. Es ist Frühjahr in Berlin, hell und kalt. Da ist die Gespenstervilla, das altehrwürdige Kolleg, ein Flecken Strand am Wannsee, eine Küche mit einem großen quadratischen Fenster. Über dem Eingang der Villa schweben zwei in Eisen gegossene Engel über dem Motto 'per aspera ad astra'. Diese Engel sind wir, sagt Dolly. Wir beschützen euch. Wir, das sind Dolly selbst, Oles Ehefrau, und Haruko, Mikis Mutter. Sie beobachten die plötzliche, passionierte Freundschaft zwischen dem Mann ohne Kind und dem Kind, das einen Vater zutiefst vermisst. Miki ist wieder in Tokio, und Ole schreibt seine Geschichte auf. Und dann kommt die Einladung. Die erste Reise nach Japan und die zweite. Unter dem Klischee des blühenden Kirschbaums entdeckt Ole eine fast schon geheime Gesellschaft von Genies und Sonderlingen. Miki und Ole streifen durch das älteste Viertel Tokios, Ginza, beobachten Leute, besuchen Restaurants und freuen sich darüber, dass eine Schuhverkäuferin Ole für Mikis Vater hält. Aber das ist nicht die Zukunft. Gibt es eine Zukunft?
Ulf Erdmann Ziegler, Jahrgang 1959, Schüler in Neumünster / Holstein und Oklahoma City, vorübergehend Student der Juristerei und der visuellen Kommunikation, Betreuer geistig behinderter Kinder in Konstanz. Magister über Kafkas 'Der Verschollene' 1988 an der Freien Universität in West-Berlin, taz-Redakteur in der Stadt nach dem Mauerfall. Von der Kunstkritik über Essays zum Schreiben von Literatur, Hebbelpreis für den Debutroman 'Hamburger Hochbahn' und 'Wilde Wiesen. Autogeographie' (2008). Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises mit 'Nichts Weißes' (2012). Zuletzt erschien bei Wallstein 'Es gibt kein Zurück' (2025). Ziegler wohnt seit einem Vierteljahrhundert mit seiner Ehefrau in Frankfurt am Main.