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In einer Augustnacht treibt ein toter Bouquiniste in der Seine, seine Kiste am Quai ist durchwühlt. Capitaine Roussin bittet Mathieu Vasseur um Rat - und die Spur führt den Antiquar dorthin, wo er sie nie haben wollte: zu Fernand Reverdin, seinem alten Patron, dem Mann, der ihm das Lesen der Hände beibrachte.
Denn vor dreißig Jahren machte eine einzige handschriftliche Widmung ein altes Buch zum Vermögen - und Reverdins Expertenwort machte aus dem Falschen das Echte. Vasseur hat es damals geahnt und nicht hingesehen. Jetzt gräbt der Mord die alte Sache aus, und irgendwo in Paris liegt ein Blatt Papier, das alles beweisen kann.
Je näher Vasseur dem Blatt kommt, desto deutlicher spürt er: Der Fälscher von damals ist noch da. Er hat ein Lebenswerk zu verlieren - und nichts mehr, das ihn aufhält.
Der zweite Fall für den Pariser Antiquar Mathieu Vasseur.
Benoît Villaret schreibt Kriminalromane, in denen mehr nachgeschlagen als geschossen wird. Dass sein Ermittler ein Antiquar ist, ist kein Zufall: Villaret interessiert sich für Gegenstände, die länger leben als ihre Besitzer - und für die Frage, was Menschen bereit sind zu übersehen, um sie behalten zu dürfen.
Für Provenienz hat er sich in die Geschichte der Bücherbeschlagnahmungen im besetzten Paris eingearbeitet: in die Arbeit des Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg, in Rückgabeverfahren, die nie zu Ende geführt wurden, und in Auktionskataloge, in denen sich die Spuren davon bis heute finden lassen. Die Wege, die Mathieu Vasseur durch den Marais geht, kann man nachgehen; die Straßen, Markthallen und Cafés gibt es.
An der Form des Kriminalromans reizt ihn ihre Beharrlichkeit. Sie zwingt jemanden, eine Frage zu Ende zu stellen, die alle anderen längst fallen gelassen haben.