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1928 prangert Siegfried Kracauer in seinem Essay »Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino« die Entwicklung des Unterhaltungsfilms zu einer Kunst der emotionalen und kommerziellen Manipulation an. Die junge Frau aus einfachen Verhältnissen dient dabei als vermeintlich unmündige Musterrezipientin populärer Unterhaltungsmedien. Die Beiträger*innen analysieren, wie Zuschreibungen von Geschlecht, sozialer Herkunft und kultureller Geschmacksbildung medienübergreifend von der Gründerzeit bis zur Weimarer Republik verhandelt wurden. Vor dem Hintergrund von politischem Systemwechsel, kolonialen Diskursen, Demokratisierungs- und Emanzipationsbewegungen fragen sie nach Popularisierung, Distinktion und sozialen Ein- und Ausschlüssen.