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Was als Politikverdrossenheit anfing, hat sich zu einer Demokratieskepsis entwickelt und ist auf dem Weg, sich zu einer handfesten Systemkrise auszuweiten. Immer mehr Bürger trauen unserem politischen System nicht mehr zu, die Probleme unserer Zeit lösen zu können und eine Sehnsucht nach autoritärer Führung greift um sich. Hans Vorländer, einer der profiliertesten Demokratieforscher unseres Landes, vermisst in diesem Buch den Zustand der Demokratie. Er schildert aber nicht nur, wie und warum die liberale Demokratie an ihr Ende gekommen ist, sondern auch, wo ihre Entwicklungsmöglichkeiten liegen und was nach dem Ende der Demokratie, wie wir sie kannten, kommen kann. Die liberale und repräsentative Demokratie galt lange Zeit als die Erfolgsform der modernen politischen Ordnung. Doch in den letzten Jahrzehnten haben tiefgreifende Veränderungen stattgefunden: Zahlreiche Krisen haben die Politik unter Druck gesetzt, der Populismus ist in die Bruchstellen der repräsentativen Demokratie vorgestoßen und Autokratien sind weltweit auf dem Vormarsch. Handelt es sich nur um eine Krise? Oder ist die liberale und repräsentative Demokratie an ihr Ende gekommen? Detailliert und kenntnisreich schildert Hans Vorländer, wie die Demokratie entstanden ist, wie sie sich nach 1945 konsolidierte und wie sie nach 1989 triumphierte. Dabei stellt er heraus, welche potenziellen Bruchstellen der liberalen Demokratie von Grund auf eingeschrieben sind und warum autoritäre Versuchungen besonders dann zum Vorschein kommen, wenn Krisenzeiten nach starker Führung verlangen. Aber er zeigt auch auf, wie sich die gegenwärtige Demokratie verändern müsste, um die Herausforderungen einer Welt im Umbruch erfolgreich bewältigen zu können.
Hans Vorländer ist Seniorprofessor für Politikwissenschaft an der TU Dresden und Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung. 2017 gründete er dort das Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM). Seine Forschungsgebiete umfassen die Themenfelder Verfassung und Verfassungsgerichtsbarkeit, Demokratie, Liberalismus, Populismus und Migration. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Politikwissenschaft und war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft sowie des Wissenschaftlichen Beirats der Bundeszentrale für politische Bildung. Vielfältig war und ist er in der Politikberatung tätig. Von 2018 bis 2024 war er Mitglied und 2023/2024 Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration.