Unsere Empfehlungen

Wir lesen aus Passion. Hier findet ihr die Bücher, die wir besonders gemocht haben, und wir sagen euch auch, warum.

Das Leben vor uns
empfohlen von:

Jana Friedemann

Jana Friedemann

Das Leben vor uns Kristina Gorcheva-Newberry

Buch (Hardcover)

Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen und begeistert.
Anja und Milka wachsen in den Achtzigern, also in den letzten Jahren der Sowjetunion, am Rand von Moskau auf. Sie gehören zur "Generation Perestroika", sie sind so lebenshungrig, sie wollen nicht das Leben ihrer müden, ausgelaugten Eltern, sie wollen keine Kinder, sie wollen nach Paris!
Wie Kristina Gorcheva-Newberry von dieser vorbehaltlosen, tiefen Freundschaft erzählt, ist einfach sehr bewegend, die Dialoge so frech und manchmal brutal ehrlich.
Gemeinsam mit Trifonow und Lopatin feiern sie ihre Träume, die Liebe und den Sex.
Und dann kommt doch alles anders.
LESEN! meint Jana.

zum Produkt € 25,00*

Lügen über meine Mutter
empfohlen von:

Henrike Bley

Henrike Bley

Lügen über meine Mutter Daniela Dröscher

Buch (Hardcover)

Nun habe ich mich mal an einen Titel herangewagt, der auf der Nominiertenliste für den Deutschen Buchpreis steht, und wurde nicht enttäuscht, ABER gut herausgefordert. In „Lügen über meine Mutter“ begleiten wir durch die 80er Jahre hindurch die anfangs achtjährige Ela und ihre Eltern. Durch Kinderaugen betrachten wir diese Kleinfamilie, hören hinter angelehnten Türen das Wispern und dann laute Lospoltern, wenn die Situation entgleist. Doch nach und nach sind der Essenstisch oder die Couch immer öfter Kriegsschauplatz der elterlichen Krisen.

Aber wie der Titel schon sagt, es geht vor allem um diese Mutter: Hauptstreitpunkt ist das Übergewicht der Mutter, mit dem sie den ambitionierten Vater in der Firma und überhaupt im Leben vermeintlich daran hindert aufzusteigen.

Und laut dem Vater kann man sich sowieso nirgends mit ihr sehen lassen. Natürlich. Selbst Diäten werden ihr vom Vater regelmäßig aufgezwungen. Als zugezogene "Schlesiendeutsche“ ist sie auch der Schwiegerfamilie häufig ein Dorn im Auge. Um es kurz zu machen: Alle Schuld entlädt sich auf den Schultern dieser Frau, die sich ohne Anerkennung die Jahre über abstrampelt, um das Familienleben aufrecht zu erhalten, wie es viele Frauen in der BRD taten. Und mittendrin Ela, die sich bemüht zu vermitteln und sich immer mehr zum Spielball der zwischenelterlichen Konflikte entwickelt und dabei selbst nicht weiß, ob der Vater recht hat oder sie sich nicht doch auf die Seite der Mutter schlagen soll.

Beim Lesen wollte ich das Buch an so vielen Stellen in die Ecke feuern (und den Vater am besten gleich mit) und losschreien. Diese himmelweite Ungerechtigkeit, die Steine, die Elas Mutter wieder und wieder und wieder
mutwillig in den Weg gelegt werden, machen mich (immer noch!) rasend.
Ein Lichtblick in diesem Roman ist der rebellische Geist, der bei der Mutter hin und wieder auflackert und sich zur Wehr setzt, sei es nur in kleinen Nuancen. Diese Augenblicke gepaart mit dieser wunderbar flüßigen Erzählstimme und dem ungemeinen Lesesog von Daniela Drescher, ließ mich aber dennoch immer wieder in das, von außen so beschauliche, Kleinfamilienleben im Hunsrück abtauchen. In der Zeit in der ich den Roman las, ja man muss schon sagen inhalierte, kam ich gar nicht auf die Idee ihn wegzulegen oder gar ein anderes Buch nebenher anzufangen. Großartig erzählt und eine unbedingte Leseempfehlung.

zum Produkt € 24,00*

Ein Sommer in Niendorf
empfohlen von:

Stefanie Strachotta

Stefanie Strachotta

Ein Sommer in Niendorf Heinz Strunk

Buch (Hardcover)


Das neue Buch von Heinz Strunk erzählt eine Art norddeutsches «Tod in Venedig», nur sind die Verlockungen weniger feiner Art als seinerzeit beim Kollegen aus Lübeck. Ein bürgerlicher Held, ein Jurist und Schriftsteller namens Roth, begibt sich für eine längere Auszeit nach Niendorf: Er will ein wichtiges Buch schreiben, eine Abrechnung mit seiner Familie. Am mit Bedacht gewählten Ort - im kleinbürgerlichen Ostseebad wird er seinesgleichen nicht so leicht über den Weg laufen - gerät er aber bald in die Fänge eines trotz seiner penetranten Banalität dämonischen Geists: ein Strandkorbverleiher, der Mann ist außerdem Besitzer des örtlichen Spirituosengeschäfts. Aus Befremden und Belästigtsein wird nach und nach Zufallsgemeinschaft und irgendwann Notwendigkeit. Als Dritte stößt die Freundin des Schnapshändlers hinzu, in jeder Hinsicht eine Nicht-Traumfrau - eigentlich. Und am Ende dieser Sommergeschichte ist Roth seiner alten Welt komplett abhandengekommen, ist er ein ganz anderer ...

zum Produkt € 22,00*

Wo auch immer ihr seid
empfohlen von:

Jana Friedemann

Jana Friedemann

Wo auch immer ihr seid Khuê Pham

Buch (Hardcover)

Sie ist dreißig Jahre alt und heißt Ki-u, so wie das Mädchen im berühmtesten Werk der vietnamesischen Literatur. Doch sie nennt sich lieber Kim, weil das einfacher ist für ihre Freunde in Berlin. 1968 waren ihre Eltern aus Vietnam nach Deutschland gekommen. Für das, was sie zurückgelassen haben, hat sich die Journalistin nie interessiert. Im Gegenteil: Oft hat sie sich eine Familie gewünscht, die nicht erst deutsch werden muss, sondern es einfach schon ist. Bis zu jener Facebook-Nachricht. Sie stammt von ihrem Onkel, der seit seiner Flucht in Kalifornien lebt. Die ganze Familie soll sich zur Testamentseröffnung von Ki-us Großmutter treffen. Es wird eine Reise voller Offenbarungen - über ihre Familie und über sie selbst.

Ein sehr aufschlussreiches und spannendes Buch für alle, die mehr Perspektiven zum Thema Vietnam-Krieg möchten, aber auch zum Thema Identität.

zum Produkt € 22,00*

Freischwimmen
empfohlen von:

Henrike Bley

Henrike Bley

Freischwimmen Adam Baron

Buch (Hardcover)

Ein so starker Kinderroman, lustig und aufwühlend zugleich. Mit Cym hat „Freischwimmen“ einen schlagfertigen und einfühlsamen Protagonisten, der uns durch diese Geschichte führt. Alles fängt damit an, dass Cym beim Prahlen, dass er ein phänomenal guter Schwimmer sei, etwas dick aufträgt – denn Cym ist Nichtschimmer. Es geht schief, was schief gehen muss und am Ende der Schulschwimmstunde muss Cym von Veronique Chang (ja genau, DIE Veronique Chan – Klassenbeste und Überfliegerin) aus dem Becken gefischt werden. Als seine Mutter eintrifft ist sie ganz blass um die Nase, warum genau weiß Cym eigentlich nicht, denn ist ja nichts passiert. Wenn er länger drüber nachdenkt, hat sie bei jedem Versuch, dass er Schwimmen lernen möchte auch immer eine Ausrede gefunden. Als Cym's Mutter am nächsten Tag spurlos verschwindet, beginnt für Cym eine Reise in die Vergangenheit.

Wie ist sein Vater gestorben, von dem seine Mutter nie spricht? Warum zoffen sich seine Mutter und seine Tante unentwegt? Und wie hängt das mit dem Schwimmen zusammen?

Tod und Trauer finden in dieser Geschichte ihren Platz, ohne dass man von ihnen erdrückt wird. Cym bewahrt dabei eine kindliche, humorvolle Leichtigkeit, die die Ernsthaftigkeit des Buches wieder ein wenig entschlackt und auch Momente zum Schmunzeln und Lachen lässt.

Mir hat Cym’s Reise unheimlich gut gefallen und lässt mich mit einem wohligen Gefühl zurück, wieder ein gutes Buch gelesen zu haben.

zum Produkt € 15,00*